Hektisch suchte sie nach einem Parkplatz. „Zu spät dran“, fluchte sie leise in sich hinein. Immer wieder setzte sie sich selbst unter Strom, wenn sie nicht rechtzeitig losfuhr. Auf dem gesamten Vorplatz und im Wendebereich war absolutes Halteverbot. Rettungswege – da wurde man schlimmstenfalls abgeschleppt. Also fuhr sie ein Stück weiter in die Einbahnstraße hinein und fand freie Plätze.

Auf dem Weg ins Flußpflege-Studio kam sie am Schaufenster eines Immobilienhändlers vorbei und wagte einen Blick auf die Kaufgesuche. „Wir bewerten auch Ihre Immobilie“, pries der Händler seine Dienste an. Sie wohnte im Außenbereich der Stadt und ihr Haus sollte wohl einen guten Preis erzielen, so hoffte sie. Allein könnte sie das Haus jedenfalls nicht halten. Sie würde sich nach einer seniorengerechten Wohnung umschauen.

Aber nun hatte sie erst einmal einen Termin zur Fußpflege und ließ sich etwas verwöhnen. Als sie fertig war, schaute sie noch beim Fleischer vorbei und erstand eine Beinscheibe für einen schönen Eintopf. „Wir grillen“ war einmal. Seit ihr Mann tot war, grillte sie nicht mehr. Für eine Person war das nicht sinnvoll, und wenn es noch so schöne regionale Spezialitäten im Angebot gab. Überhaupt war ihr das Essen nicht mehr so wichtig.

Lieber ging sie unter Menschen, besuchte Events aller Art, herkömmliche, kostenlose Events am liebsten, denn so locker saß die Geldbörse auch nicht mehr in der Tasche. Im Fenster der Zeitung sah sie ein Plakat für ein Konzert – hören zum Nulltarif – das würde sie wahrnehmen. Für „Kasperles Reise ins Abenteuerland“ war sie wohl schon etwas zu alt, aber die Aufführung von „Im Jahr des Affen“ könnte sie reizen: Eine Komödie, die von einer Laienspielgruppe aufgeführt wurde. Das war nicht so teuer und sie hätte mal wieder etwas zu lachen. Also ging sie ins Büro der Zeitung und fragte nach Tickets.