Der Weg nach Pramort

Mein letzter Tag – ich bin allein. Habe mir ein Fahrrad gemietet und will raus zur Hohen Düne, Richtung Pramort. Viele sind dorthin unterwegs, nicht so einsam wie ich dachte. Der Weg zieht sich. Er führt über den neuen Deich immer geradeaus, durch die Sundische Wiese. Bis 1991 wurde ein Teil des Geländes noch militärisch genutzt. Heute ist es ein großes Renaturierungsprojekt. Im Frühjahr und Herbst rasten hier Kraniche und Gänse. Viele heimische Vogelarten nisten in den feuchten Wiesen. Interessant finde ich den sogenannten Geisterwald. Das sind Birkenwälder, die langsam ertrinken, seit man den alten Deich aufgeschlitzt hat. So will man das ehemals trockengelegte Gelände langsam wieder in den ursprünglichen Zustand zurückführen. Ganz bis zum Ende fahre ich nicht. Vielleicht beim nächsten Mal…

Zingst, ganz früh…

Am Mittwoch war ich bereits vor den Vögeln wach, hellwach. Also nahm ich mein Handy und ging zum Strand. Keiner war da, außer einem einsamen Angler auf der Seebrücke. Sonnenaufgang – lange nicht gesehen.

Nach dem Frühstück wanderten wir zur Meiningen Brücke, einer alten Fachwerkträgerbrücke, die zur Strecke der historischen Darßbahn gehört. Weiter ging es zum Bahnhof Bresewitz, wo heute Ferienwohnungen angeboten werden. Hier sieht man noch Reste der historischen Darßbahn, die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde. Die Strecke zwischen Barth und Prerow wurde Ende der 90er Jahre stillgelegt und die Gleise verrosteten. Aber wir erfuhren am Wegesrand, dass die alte Bahntrasse reaktiviert werden soll. Erst kürzlich hat sich die Landesregierung mit dem Bund über eine Millionen-Förderung geeinigt. So steht zu hoffen, dass die Reaktivierung realisiert werden kann. Größte Herausforderung dabei ist die Errichtung einer neuen Klappbrücke, da die alte Brücke den modernen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden kann.

Gegenüber der alten Meiningen Brücke liegt die Große Kirr, wo im Frühjahr und Herbst die Kraniche rasten.

Morgen geht es nach Prerow und zum Sonnenuntergang an den Weststrand…

Die erste Reise 2020

Das Umweltfotofestival in Zingst war abgesagt, doch meine Buchung für das Zimmer hatte ich nicht storniert. Als das Hotel mir den Aufenthalt für eine Woche später anbot, habe ich sogleich zugesagt. Der Darß ist immer schön, auch ohne Festival.

In der Pension lernte ich meine Zimmernachbarin kennen – Fotografin, eigentlich auch wegen des Festivals angemeldet und nun zeitgleich mit mir hier. Sie hat mir ein paar schöne Ecken gezeigt, die ich noch nicht kannte.

Am Dienstag erkundeten wir die Steilküste zwischen Ahrenshoop und Wustrow. Hier gibt es einen alten NVA-Bunker. Natürlich mussten wir rein. Seehr dunkel! Aber die kluge Frau hat eine Taschenlampe dabei.

An der Steilküste kann man noch große Betonbrocken sehen, die ehemals zur Bunkeranlage gehörten und nach und nach abgestürtzt sind. Darum steht am Strand auch ein Schild „Lebensgefahr“. Da schien aber die wenigsten abzuhalten, dennoch dort entlang zu laufen.

Morgen geht es nach Bresewitz…