Safari – Tag 2

Es ist noch dunkel, als wir ganz früh am Morgen das Camp verlassen. Den Sonnenaufgang wollen wir in der Savanne erleben. Vom Camp bis zum Einfahrtstor ist es etwa eine halbe Stunde Fahrt. Die Kasse ist noch nicht besetzt, die kommen erst um sieben. Aber der Ranger am Tor lässt uns passieren. Das Ticket können wir später lösen.

Auf dem Weg tiefer in die Savanne treffen wir auf eine Gruppe Ballonfahrer. Wie ich im Laufe der Woche feststelle, sind die fast jeden Tag hier um die Zeit. Auch sie fahren bei Sonnenaufgang los. Eineinhalb Stunden Ballonfahrt kosten 500 $ – ein stolzer Preis!

Wir suchen zunächst mal das Löwenrudel, das wir gestern bereits gesehen hatten. Vielleicht sind sie ja noch aktiv. In Aktion kommen die Löwen sicher besser als die müden Schläfer, die sich höchstens mal von rechts nach links drehen wie Touristen am Strand.

In der Ferne ziehen Maasai-Hirten mit ihren Rinderherden und mit Schaf- und Ziegenherden über die weite Ebene. Meine Augen sind wirklich schlecht – jeden zweiten Busch halte ich für einen Elefanten oder ein Gnu.

In weiter Ferne ziehen die Rinderherden sowie Schafe und Ziegen der Maasai vorbei

Viele verschiedene Antilopenarten gibt es in der Mara. Die größte ist wohl die Elenantilope mit circa 150 cm Schulterhöhe. Sie sind sogar zu domestizieren, lerne ich. Eine hängt immer bei den Torwächtern herum und lässt es sich dort gut gehen.

Etwas kleiner sind die Topis, die hier auch „Blue Jeans“ genannt werden, weil sie an den Beinen bläulich gefärbtes Fell haben. Sie werden ungefähr 120 cm hoch. Ihre Art ist in einigen Teilen Afrikas bereits ausgestorben. Hier im Mara-Schutzgebiet geht es ihnen gut. Es sei denn, ein Löwenrudel hat es auf sie abgesehen.

Die Impalas sind mittelgroße Antilopen, die man am längsgestreiften Hinterteil erkennt. Am häufigsten sind aber wohl die Thompson Gazellen. Sie tauchen in großen Herden auf und machen sehr grazil hohe Sprünge – pure Lebensfreude.

Topi „Blue Jeans“

Wir stoßen auf eine kleine Gruppe Elefanten. Fürsorglich scharen sie sich um das Jungtier.

Etwas später treffen wir auf einen jungen Löwen, der heute Nacht wohl ein Impala erbeutet und sich damit ins Gebüsch verzogen hat. Ab und zu sieht man seine blutige Schnauze und wir hören mit Schaudern, wie er das tote Tier zerreißt. In etwas Entfernung lauern schon die Hyänen und hoffen, dass er ihnen etwas übrig lässt.

Löwenfestmahl

Dann treffen wir unseren Leoparden wieder. Er hatte wohl nachts Beute gerissen, aber ein anderer Leopard hat ihm die abgejagt und sich damit auf einen Baum verzogen. Dieser hungrige Jäger ist erschöpft und nervös. Wir folgen ihm eine Weile. Es scheint, dass er sogar durch Wasser gelaufen ist, denn er ist ganz nass. Schließlich verzieht er sich in eine schattige Ecke am Fluss, um sich auszuruhen.

Frühstück gibt es irgendwo im Nirgendwo. Unsere Guides suchen eine Stelle, wo keine Tiere sind und wo man das Gelände gut überschauen kann. Vom Camp haben wir ein reichliches Frühstückspaket mit bekommen. Danach marodieren wir weiter durch das Gelände. Beim Durchqueren einer Furt sehen wir in den angrenzenden Teichen die Nasen von ein paar Hippos. Stelle merken und später nochmals wiederkommen! Auch auf ein paar Büffel treffen wir, die gemütlich im Gras liegen und kauen. Sie sehen nett aus, sind es aber nicht. Ein starkes Rudel Löwen kann einen solchen Büffel reißen. Ich glaube, ein solches Spektakel möchte ich nicht erleben. Ich habe Bilder davon gesehen.

Gegen Zwölf kehren wir ins Camp zurück, wo ein leckeres Mittagessen auf uns wartet. Dann haben wir etwas Zeit zum Ausruhen. Ich sichte und sichere meine ersten Bilder. Um 16 Uhr folgt die nächste Ausfahrt. Wieder sind wir auf der Suche nach dem Löwenrudel.

Als wir sie finden, liegen die meisten nur faul herum. Dann wird der große Löwe ein wenig aktiv und beglückt seine Favoritin.

Auf dem Heimweg treffen wir noch ein paar Giraffen. Ein schöner Tag mit wunderbaren Momenten!

Fortsetzung Tag 3…