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Diese Reise war eine ganz besondere Erfahrung – ich dachte, wenn ich schon so weit fliege, dann will ich gleich die ganze Insel sehen. Dabei habe ich mich sehr verschätzt, sowohl was die Größe der Insel als auch den Zustand der Straßen anbelangt. Reisen über Land dauern. Während dessen ist die Landschaft oft eintönig…

This journey was a very special experience. I thought, if travelling that far, I wanted to see the complete island. I underestimated the size of the island and I overrated the condition of the roads. Travelling by road takes a long, long time, while the landscape is often rather dull…

vignales4Am Tag nach der Ankunft ging der erste Ausflug nach Westen in das Tal von Vignales. Es ist Sonntag, die Menschen haben frei. Die Autobahn ist leer, bis auf ein paar Fußgänger, Radfahrer und Pferdeeinspänner.

Die Provinz Pinar del Rio ist die geologisch älteste Region der Karibik und Heimat der kubanischen Zigarre. Der fruchtbare rote Boden und das feucht-heiße Klima sind ideale Voraussetzungen für den Tabakanbau. Überall sieht man Schuppen, in denen die Tabakblätter getrocknet werden, und die Bauernhäuser mit Palmwedeldächern, wie sie schon die Ureinwohner seinerzeit hier gebaut haben.

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Die Kalksteinfelsen „Mogotes“ liegen wie Elefantenbuckel in der roten Erde. Auf der „Mural de la Prehistoria“, die zum Mogote „Dos Hermanos“ gehört, erzählt der Maler Leovigildo Gonzáles Morillo, ein Schüler des mexikanischen Muralisten Diego Rivera, die Geschichte der Evolution – 120 m hoch, 189 m breit.

Ein Unwetter zieht rasch näher und schon bald liegen die Mogotes im Nebel…

Nach unserer Rückkehr erforschen wir am späten Nachmittag die Altstadt von Havanna auf eigene Faust…

La Habana

Die Altstadt von Havanna ist beeindruckend. Die großen historischen Gebäude, wie z. B. auf der Plaza Catedral, sind gut in Schuss. Sehr erhaben präsentiert sich die Catedral de San Cristóbal im schlichten Kolonialbarock.

Gegründet wurde Havanna 1515 von Diego Velázques. Zuckerboom und Sklavenhandel machten sie später zur reichsten und prachtvollsten Metropole in der Karibik. Nach 1898 kamen die Amerikaner und mit ihnen Millionäre, Mafiosi und Politiker. Hier frönten sie dem, was zuhause verpönt war – Alkohol, Drogen, Sex und Glücksspiele.

Nach der Revolution wurden die Bordelle und Kasinos geschlossen, die Wirtschaftskrise legte Havanna lange Zeit lahm. Jezt erwacht die Altstadt zu neuem Leben. Überall wird restauriert.

Und dann spazieren wir in den Sonnenuntergang, hinunter zum Malecón. Es ist Samstag, die ganze Stadt scheint hier zu sein. Ein spektakulär schöner Himmel spannt sich über die Stadt. Die breite vierspurige Uferpromenade von Havanna zieht sich ungefähr 5 km in die Länge. Hier finden sich die vielleicht schönsten Ruinen der Stadt. Und heute Abend ist die große Straße nur für die Fußgänger da. Der Ausklang der Biennale zieht jede Menge Publikum an – die ganze Stadt steht im Zeichen der Kunst. Ausstellungen und Performances – es ist eine einzige große Party, und wir sind mitten drin!